Über uns

Wie werden ein Versicherungskaufmann und ein Elektromeister Zebu Züchter?

2004 Wir gründen einen Landwirtschaftsbetrieb

Im Jahre 2004 gründete ich mit einem damaligen Freund in Glashütte den Landwirtschaftsbetrieb „Natürlich“. Wir starteten mit vielen Flausen im Kopf ein Projekt der 1.000 Euro-Schritte. Kurz umrissen dachte ich, dass man aus jeder Maßnahme 1.000 Euro erzielen muss und sich dann bei 30 Maßnahmen das Projekt rechnet. Ich gebe zu, dass diese Theorie betriebswirtschaftlich auf sehr wackligen Beinen steht. In den Gärten von Glashütte begannen wir mit dem Versuch auf ökologischer Basis Gemüse zu produzieren.

Das im Nebenerwerb! Der Kartoffelkäfer und alle in Deutschland bekannten Wildkräuter durchkreuzten all unsere Versuche. So sehr uns der Ur-Glashütter Herr Schmager auch im Setzen von Kolrabipflanzen im Pflanzen von Erdbeeren im Hacken und pflegen der Kartoffeln schulte, wir waren ein David, der gegen eine Armee von Goliaths antrat. Chancenlos! Zusätzlich versuchten wir einen Arche Hof aufzubauen und begannen mit der Haltung von Skudden.

2006 Frank Kübeler wurde Gesellschafter der GbR und wir wurden Geflügelzüchter

2006 trat dann Frank Kübeler, im Haupterwerb selbständiger Elektromeister, in die GbR ein und übernahm den Bereich der Geflügelzucht, denn wir hatten die Marktlücke der Weihnachtsgans- und Hühnereiproduktion für uns entdeckt. Kaninchen sollten das Angebot abrunden. Ralf Böhnke, Inhaber der Pension Café Bohne in Alt Glasow prägte den wundervollen Satz: „Wer seine Finger in zu viele Dinge steckt, kann dann keine Faust mehr machen.“ Obwohl wir bei unseren Weihnachtsgänsen einen Nettopreis von 18 Euro pro Kilo erreichten standen einer Einnahme zu Weihnachten von 7.500 Euro Ausgaben in Höhe von 15.000 Euro gegenüber. Die zusätzliche Schinderei über Tage mit Schlachtung und Vermarktung der Gänse kurz vor Weihnachten brachte uns an den Rand der Leistungsfähigkeit.

Die anderen Zweige des Betriebes liefen ähnlich defizitär. Schuster, bleib bei deinen Leisten? In Glashütte hatten wir eine Hühnerfarm mit fast 500 Hühnern aufgebaut. Da wir selbst brüteten, war die Zahl der aufwachsenden Hähne besorgniserregend. Das fortwährende Krähen belastete unsere Beziehung zu den Glashütter Gewerbetreibenden erheblich. Aus heutiger Sicht für mich eine verständliche Reaktion unserer Mitglashüttern. Zeit das Geflügelprojekt auf den Prüfstand zu stellen.

2007 Wie aus unserem Betrieb ein Rinderhalter wurde

Im Jahr 2007 kam es zu einem Gespräch zwischen Markus Mohn vom Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg und mir. Für ein Naturschutzprojekt auf den Zossener Mühlenbergen suchte der Verein einen Landwirtschaftsbetrieb. Teure Madten sollten durch Beweidung abgelöst werden.

Doch Niemand wollte auf den vorgesehenen Trockenrasenfluren für ein sehr überschaubares Honorar diese Maßnahme durchführen. Ich entwickelte ein Beweidungsprojekt mit Rindern für diese Fläche und fand fachliche Unterstützung durch Jürgen Zimmermann dem Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Groß Machnow eG. Naturschutz schließt den Tierschutz ausdrücklich ein und so war die Suche nach der passenden Rasse nicht einfach. Schafe oder Ziegen verwarf ich nach negativen Erfahrungen in der Skuddenhaltung schnell. Übrigens stellten wir in der Zwischenzeit auch die Skuddenhaltung ein.

Eigentlich war die Fläche für alle herkömmlichen in Brandenburg in der Landschaftspflege eingesetzten Rinderrassen vom Futterangebot viel zu karg bewachsen, denn die schweren Rassen benötigen eiweißreiches Futter. Nach intensiven Recherchen stieß ich auf Beweidungsprojekte in Nordrhein-Westphalen. Dort beweiden Landwirtschaftsbetriebe sehr erfolgreich ehemalige Weinstandorte mit Zwerg Zebus und erzielten hervorragende Beweidungsergebnisse.

So startete unser Beweidungsprojekt und Natürlich, das seinen Flächen und Geschäftsschwerpunkt nach Zossen verlegt hatte, wurde Rinderhalter und benannte sich auf Grund von Flächenfusionen in Natürlich…Stadtgüter Zossen GbR um. 2008 schied der dritte Gesellschafter aus und seitdem funktioniert der Betrieb in den aktuellen Strukturen.

Seit 2011 bewirtschaften wir unser Grünland in einer Kooperative mit Torsten Kniesigk von der Yellow Rose Ranch

Die Grünlandbewirtschaftung führen wir in einer Kooperation mit dem Zossener Landwirt Torsten Kniesigk durch. Seit Bestehen dieser für beide Seiten sehr gewinnbringenden Allianz konnte unser Betrieb die Heuproduktion mehr als vervierfachen und die Qualität des Heus perfektionieren. Im Jahr 2013 kann unser Betrieb 500 Rundballen Heu an Pferdehöfe vermarkten und so steht zum ersten Mal seit 2004 eine „Rote Null“ auf dem Zettel der Hauptbuchhalterin.

Die Umstrukturierung des Betriebes und Konzentration auf die Kernkompetenzen Grünland und Rinderzucht, die wir im Jahr 2013 abgeschlossen haben beendete eine beispiellose Lehrzeit unserer beiden Gesellschafter und kann nun der Grundstein für eine erfolgreiche Entwicklung des Landwirtschaftsbetriebes sein.